Programm

Teil 1


Richard Strauß (1864-1949): Also sprach Zarathustra (Arr. Patrick Hahn)

Die sinfonische Dichtung „Also sprach Zarathustra“ ist an das gleichnamige dichterisch-philosophische Werk von Friedrich Nietzsche angelehnt, und vermutlich auch an einige Szenen aus Goethes Faust. Heute hören Sie daraus die berühmte Einleitung, die einen beeindruckenden Sonnenaufgang illustriert.


Giuseppe Verdi (1813-1901): Ouvertüre zu „La Forza del Destino“ (Arr. Franco Cesarini)

„Die Macht des Schicksals“ ist ein „Opernkrimi“ in vier Akten über die Verstrickungen, die durch eine geladene Pistole ausgelöst werden, aus der sich versehentlich ein Schuss löst. Auch wenn es über Sinn und Unsinn der Handlung viele Diskussionen gegeben hat, handelt es sich zweifellos um ein musikalisches Meisterwerk Verdis. Die Ouvertüre enthält die zentralen Themen der Oper, allen voran das drängende Schicksalsmotiv mit seinen Sechzehntel-Auftakten, das immer wieder durchdringt.


Giacomo Puccini (1858-1924): O mio babbino caro (aus der Oper „Gianni Schicchi“), Arr. Jos van de Braak
(Solistin: Yanhua Shao)

„Gianni Schicchi“ ist eine der drei einaktigen Opern Puccinis und beruht auf einer Episode aus Dantes Göttlicher Komödie. In der Arie „O mio babbino caro“ („O mein geliebter Vater“) bittet Lauretta ihren Vater Gianni Schicchi um Erbarmen, da nur er die Erbschaft retten und ihr so die Hochzeit mit ihrem Geliebten Rinuccio ermöglichen kann. Sollte er sich weigern, droht sie damit, sich von der Ponte Vecchio in den Arno zu stürzen.

Philip Sparke (geb. 1951): Looking Up, Moving On

Das Tokyo Kosei Wind Orchestra unternahm im Jahr 2012 eine Konzerttournee, die es in viele vom Erdbeben und Tsunami 2011 zerstörten Gebiete führte. Für diese Tournee wurde „Looking Up, Moving On“ in Auftrag gegeben. Es sollte den Menschen dort wieder Hoffnung geben. Thema ist die Fähigkeit des Menschen, über solche Katastrophen hinweg zu kommen. Anfangs- und Schlussteil sind von einer positiven Stimmung geprägt, enthalten ungewöhnliche Synkopierungen, wilde Passagen im Holz, und in Hörnern und Euphonien choralartige Fanfaren. Der Mittelteil bringt ein kurzes Zitat aus „The Sun Will Rise Again“, das Philip Sparke im Jahr 2011 zur Spendenbeschaffung für die Opfer des Unglücks geschrieben hatte. In der Coda wird das Tempo des schnellen Teils sogar noch gesteigert, das Werk endet mit optimistischem Blick auf die Zukunft.

Franz Lehár (1870-1948): Vilja Lied (aus „Die lustige Witwe“), Arr. Roger Niese
(Solistin: Sandra Weiss)

„Die lustige Witwe“ war die erste Operette des österreichischen Komponisten ungarischer Herkunft Franz Lehár, und gleichzeitig einer der Höhepunkte des gesamten Operetten-Repertoires. Das Lied von Vilja, dem Waldmägdelein, ist die wohl bekannteste Arie daraus.

Peter Iljitsch Tschaikowski (1840-1893): Ouvertüre 1812 (Arr. Mark H. Hindsley)

Das Werk illustriert lautmalerisch Russlands Sieg in den napoleonischen Kriegen 1812. Der sogenannte Russlandfeldzug begann mit einigen französischen Siegen und endete schließlich mit Napoleons größter Niederlage. Tschaikowskis große Vaterlandsliebe spiegelt sich hier wieder.
Zu Beginn sind feierliche Klänge zu hören, die an Gottesdienste in russischen Kirchen nach der Kriegserklärung erinnern sollen. Es folgt die Aufstellung der beiden Heere, dann eine erste Passage mit Kampflärm, zwischendurch immer wieder Teile der Marseillaise als Sinnbild für die französischen Siege und die Besetzung von Moskau. Alles beruhigt sich wieder, es erklingt ein Thema, das Hoffnung widerspiegelt. Im Anschluss daran ist eine folkloristisch anmutende Passage zu hören, zur Rückbesinnung auf die Tradition. Dann kommt es zum großen Kampf; die Marseillaise und das russisch-folkloristische Thema treten musikalisch gegeneinander an. Hier ertönen laut Partitur Kanonenschüsse – in unserem Fall Salutschüsse des Schützenvereins Kirn 1860 e.V. Das Getöse endet in einem langen Abgang der Holzbläser. Gegen Ende erklingt majestätisch der Anfangschoral, pompös untermalt von Glockengeläut – Russland hat gesiegt.


Teil 2

John Williams (geb. 1932): Olympic Fanfare and Theme (Arr. James Curnow)

Dieses Werk wurde vom Olympischen Komitee als Eröffnungsfanfare für die Olympischen Sommerspiele 1984 in Los Angeles in Auftrag gegeben. John Williams zählt zu den weltweit bekanntesten und erfolgreichsten Komponisten für Filmmusik (Star Wars, Indiana Jones, Schindlers Liste und Jurassic Parc, um nur einige wenige zu nennen). Dabei ist er stilistisch unglaublich vielseitig, komponierte auch Sinfonien und Solokonzerte, ein Quartett zur Vereidigung Barack Obamas, und eben vier Fanfaren für die Olympischen Spiele, darunter die heute gespielte. Am 31. Juli diesen Jahres werden wir sie zur Eröffnung der Rope Skipping-EM in der Idar-Obersteiner Messehalle wieder aufführen.

Johann Strauß jr. (1825-1899): Mein Herr Marquis, ein Mann wie Sie (aus „Die Fledermaus“), Arr. Roger Niese
(Solistin: Sandra Weiss)

Die dreiaktige komische Operette „Die Fledermaus“ gilt als Höhepunkt der Goldenen Operettenära. Dr. Falke möchte sich für einen Streich Gabriel von Eisensteins rächen, da dieser ihn einst im Fledermauskostüm im Vollrausch auf einer Parkbank liegen gelassen und ihn so zum Gespött der Nachbarschaft gemacht hatte. Eine günstige Gelegenheit bietet sich auf dem Maskenball des Prinzen Orlovsky, und hier singt das Kammermädchen Adele, das sich als Künstlerin Olga ausgibt, „Mein Herr Marquis“. Wobei der Marquis Renard die Kostümierung Eisensteins ist, des Mannes, der hier auf die Schippe genommen werden soll…

Sylvester Levay (geb. 1945): Elisabeth – das Musical (Arr. Johan de Meij)

Das Musical „Elisabeth“ erzählt die Lebensgeschichte der österreichischen Kaiserin Elisabeth – allerdings leicht verfremdet, als „Totentanz“, aus dem Blickwinkel ihres Mörders. Immer wieder tritt auch der personifizierte Tod auf, der in Elisabeths Leben eine so große Rolle gespielt hat. Zu hören sind einige der bekanntesten Melodien, darunter der „Prolog“, „Der Kathedral von Buda – 8. Juni 1867“, „Boote in der Nacht“, „Die fröhliche Apokalypse“, „Nur kein Genieren“, „Meyerling-Walzer“ und „Ich gehör nur mir“.

Giacomo Puccini (1858-1924): Un bel di vedremo (aus „Madame Butterfly“), Arr. Roger Niese
(Solistin: Yanhua Shao)

Die Arie „Un bel di vedremo“ („Eines schönen Tages werden wir sehen…“) ist der musikalische Höhepunkt des zweiten Aktes der Oper „Madame Butterfly“. Butterfly ist ein ehemaliges Geisha-Mädchen, das vom amerikanischen Marineoffizier Pinkerton leichtfertig geheiratet und kurz nach der Hochzeit wieder verlassen wurde. In der Arie träumt sie davon, dass er eines Tages sein Versprechen einhalten und zu ihr zurück kommen wird.

Carl Orff (1895-1982): Carmina Burana (Arr. John Krance)

Die „Carmina Burana“ sind eine Sammlung von im 11. und 12. Jahrhundert entstandenen Lied- und Dramentexten aus Benediktbeuern, die in mittellateinischer und mittelhochdeutscher Sprache verfasst sind. Carl Orff fasste eine Auswahl daraus zu einer szenischen Kantate zusammen. Im Original ist es ein Werk für großes Sinfonieorchester, großen vierstimmigen Chor, Kammerchor, Kinderchor und mehrere Gesangs-Solisten. Es gibt zahlreiche Arrangements für andere Besetzungen, darunter das heute gespielte für großes Blasorchester. Untermalt wird dieses bombastische Finale unseres Konzertes von einer Feuershow. Lassen Sie sich überraschen!

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